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Ein kurzer geschichtlicher Abriss von der Entstehung bis heute

Erste Bemühungen gehen auf die Jahre 1862 - 1865 zurück. Im Jahre 1868 wurde vom sächsischen Landtag auf Drängen der Stadt Freiberg ein Komitee für den Bau der Strecke eingerichtet. Die Strecke sollte im böhmischen Dux beginnen und den Erzgebirgskamm überschreitend, nach Klingenberg oder Freiberg führen. Hauptanliegen war der Transport böhmischer Braunkohle nach Mitteldeutschland, dies sollte aber bis 1885 dauern, denn erst zu diesem Zeitpunkt war der Lückenschluss nach Böhmen im Grenzbahnhof Moldau (Moldava) geschafft. Weitere Gründe für den Streckenbau war die verkehrstechnische Erschliessung der Flußtäler um Freiberg und Nossen sowie deren Anbindung an den Elbhafen in Riesa.

Im Jahre 1870 wurde schließlich über die Konzession zum Bau der Bahnlinie Nossen - Freiberg - Landesgrenze entschieden, welche am 16.10.1871 an die Leipzig-Dresdner-Eisenbahn-Compagnie erteilt wurde. Noch vor der Vollendung der Linie zur Landesgrenze sollte die Stecke in das Netz der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn integriert werden, doch dazu später mehr.

Vorerst sollte jedoch nur das Projekt Nossen - Freiberg in Angriff genommen werden. Die Trassierung wurde auf dem topografisch günstigsten Weg geführt und berührte daher nur wenige Ortschaften. Am Beispiel Siebenlehn wird dieser Tatbestand besonders deutlich, führte die Strecke doch in gut 2 km Entfernung an der Stadt vorbei. Der entsprechende Haltepunkt im Zellwald direkt unter der Autobahnbrücke der heutigen A4 gelegen wurde erst 1938 in Betrieb genommen. Heute finden hier viele der Events auf der Zellwaldbahn statt, da die Lage mitten im Wald hierfür hervorragend geeignet ist.

Ende Januar 1872, genauer am 24.01., war offizieller Baubeginn für die eingleisige rund 24 km lange Hauptbahn von Nossen nach Freiberg. Das Planum der gesamte Teilstrecke nach Freiberg wurde jedoch zweigleisig ausgeführt. Das ist heute zum Teil im Zellwald aber auch zwischen Großvoigtsberg und Kleinwaltersdorf noch gut zu erkennen. Zwischen Nossen und Freiberg kam es allerdings nie zum zweigleisigen Ausbau, statt dessen wurde die Strecke 1923 von einer Hauptbahn in eine Nebenbahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h zurückgestuft. Als Folge dessen verschwanden die bis dahin erforderlichen Vorsignale (1924) und es wurden Bahnwärterposten aufgehoben (die Schranken entfielen). Insgesamt waren 20 Postenstationen zwischen Freiberg und Nossen eingerichtet.

Der Bau der Strecke schritt recht zügig voran, bereits im Juli 1872 war das Planum durch den Hospitalwald fertiggestellt. Im Mai 1873 fuhr der erste Arbeitszug über ein Zweigleis zur Kiesgrube Langenhennersdorf um Baumaterial zu holen und wenige Wochen später war der Bau vollendet.

Am 15.07.1873 schließlich wurde die Strecke als “Nossen-Freiberger-Eisenbahn” feierlich eröffnet. Der erste Zug verließ Freiberg mit den entsprechenden Honoratioren um 11:30 Uhr und wurde unterwegs mit Jubel empfangen. Später gab es einen Empfang in Freiberg. Dieser bildete auch den Abschluß der Eröffnungsfeierlichkeiten.

Kunstbauten gab es auf der Strecke relativ wenige, die meisten von ihnen wurden als Plattendurchlässe mit einer lichten Weite von 60 bis 120 cm erstellt. Einige von ihnen wurden in den 1970er und 1980er Jahren im Zuge der Einsparung von Unterhaltungskosten und zur Erhöhung der zulässigen Meterlast auf 20 t verschüttet Hier eine kleine Liste noch vorhandener größerer Kunstbauten (ohne Straßenüberführungen wie die der A4):

- Pietzschebachbrücke, km 0,95, Ziegelgewölbe/Bruchstein
- Waldweg, km 2,36, Blechträger, später Betonüberbau
- Waldweg, km 6,00, Blechträger, später Betonüberbau
- Waldweg, km 6,51, Blechträger, oben liegende Fahrbahn
- Johannisstraße, Freiberg, gemeinsam mit DW-Linie, km 22,75, Beton
- Anton-Günther-Straße, Freiberg, gemeinsam mit DW, km 22,90, Beton, Gewölbe
- Ziegeleigasse, Freiberg, gemeinsam mit DW, km 23,10, Beton
- Forstweg, Freiberg, gemeinsam mit DW, km 23,30, Beton, Bruchstein
- Olbernhauerstraße, Freiberg, gemeinsam mit DW, km 23,40, Beton, Bruchsteinverkleidung
- Friedrich-Olbricht-Straße, Freiberg, gemeinsam mit DW, km 23,55, Beton, Bruchsteinverkleidung
- Fußgängertunnel in Höhe Stellwerk B5/W5, Freiberg, km 23,70, Beton
- Bahnsteigtunnel, Freiberg, km 24,00, Beton

Zu Beginn gab es an der Strecke folgende Stationen für den Personenverkehr:

- Bahnhof Nossen
- Bahnhof Großvoigtsberg (in etwa Streckenmittelpunkt)
- Haltestelle Großschirma
- Haltestelle Kleinwalterdorf
- Bahnhof Freiberg

Wie oben erwähnt kam im Jahre 1938 noch der Haltepunkt Zellwald, gelegen an der gleichnamigen Ladestelle, hinzu. In Eigeninitiative entstand 2006 mit Hilfe von Spendengeldern noch der Haltepunkt “Kloster Altzella”, unmittelbar vor dem Bahnübergang an der Waldheimer Straße gelegen.

Die Hochbauten der Strecke entsprechen weitgehend Einheitsbauten der damaligen Zeit. Sie sind für die ländliche Lage der Stationen recht groß bemessen. Man findet ähnliche oder gleiche Bauwerke auch an den anderen ehemaligen LDE-Strecken zwischen Nossen und Riesa oder zwischen Borsdorf und Coswig. Das Bahnhofsgebäude in Kleinwaltersdorf ist baugleich mit dem der Haltestelle Nassau im oberen Streckenteil nach Holzhau - Moldau (Moldava).

Zu Jahresbeginn 1876 ging die Strecke durch Ankauf in die Verwaltung der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn über. Dies geschah mit dem gesamten sonstigen Eigentum der LDE und umfasste insgesamt rund 284 km Bahnnetz, teils auch erst in Planung. Die Stecke war zu diesem Zeitpunkt (1875) bereits bis Mulda fertiggestellt. Die Eröffnung des nächsten Teilstücks bis Bienenmühle im Jahre 1876 erfolgte so bereits unter der Regie der Sächsischen Staatsbahn. Im Register der Sächsischen Staatsbahn bekam die Strecke ab 1880 das Kürzel NB.

Am 18. Mai 1885 wurde dann endlich der Lückenschluß nach Böhmen vollendet. Von nun an rollten täglich bis zu zehn Güterzugpaare mit Kohle und Waren über den Erzgebirgskamm nach Sachsen und auch ins Böhmische Becken bis nach Brüx, dem heutigen Most. Ersten provisorischen Verkehr über die Landesgrenze gab es bereits seit dem 6. Dezember 1884. Mit dem Lückenschluß erhielt die Strecke das heute noch gebräuchliche Kürzel NM. Damit war gemeinsam mit der 1880 eröffneten Strecke nach Riesa über Lommatsch (geplant ebenfalls von der LDE) die kürzeste Verbindung zwischen Berlin und Böhmen hergestellt (Berlin - Elsterwerda - Riesa - Nossen - Freiberg - Bienenmühle - Landesgrenze).

Im Register der 1994 gegründeten DBAG wird die (Gesamt-)Strecke unter der Nummer 6614 geführt. Im August 2010 fand eine Sonderfahrt anläßlich des 125-jährigen Streckenjubiläums (Gesamtverlauf) statt, nachdem bereits 1998 dem Streckenabschnitt Nossen - Freiberg diese Ehre zuteil wurde. Sie führte die Fahrgäste über die Gesamtstrecke bis Holzhau und von dort im Schienenersatzverkehr nach Moldava. Weiter ging die Fahrt in einem Zug der CD bis nach Osek über die Strecke der ehemaligen Prag - Duxer - Eisenbahn. Hiervon gibt es eine DVD der IG Dampflok.

Einen weiteren Ausbau erlebte die Strecke im Jahre 1892, zwischen Freiberg und Lichtenberg wurde das zweite Gleis eröffnet. Die nun folgende Zeit sollte die Hochzeit der Bahnlinie sein, denn bereits 1923 wurde der Abschnitt Nossen - Freiberg wie oben erwähnt zur Nebenbahn herabgestuft. Mit der Einstellung des grenzüberschreitenden Verkehrs sank die Bedeutung nach 1945 weiter.

Doch zuvor wurden die Stationen zwischen 1894 und 1898 sicherungstechnisch mit Kurbelwerken ausgestattet (für die Haupt- und Vorsignale) und im Bahnhof Großvoigtsberg die Überholgleise verlängert. Das Kurbelwerk des Bahnhofs Großvoigtsberg kann im dortigen Bahnhof mit seiner kleinen Eisenbahnausstellung neben weiterer Sicherungstechnik besichtigt werden. Es war bis 1995 in Betrieb, zu diesem Zeitpunkt wurde der letzte Fahrdienstleiter des Bahnhofs abberufen und der Bahnhof als Tarifpunkt von der DBAG geschlossen. 1972 wurde der letzte handbediente Schrankenposten der Strecke an der Waldheimer Straße auf eine moderne Halbschrankenanlage umgebaut, diese ist dort heute noch in Betrieb (WÜSA 64 b).

Der Personenverkehr wurde indes bereits zur Zeit der DR eingestellt, am 24.09.1977 verkehrte der letzte planmäßige Reisezug. Zur Erinnerung daran fand im Jahr 2007 eine Planzugveranstaltung statt. Zum Einsatz kam dabei die Nossener Vereinslok 52 8047 und die PRESS 112 326 mit einer Garnitur Bghw-Wagen und einem der typischen zweiachsigen Gepäckwagen. Im Regelverkehr wurde die Strecke jedoch zuletzt ausschliesslich mit zwei- bzw. dreiachsigen Wagen der Bauart Ba(a)g befahren. (auf DVD 1-2007 der IG Damfplok enthalten)

Im Bahnhof Großvoigtsberg gab es einst auch eine der wenigen ferngestellten Weiche des Streckenabschnitts. Die zugehörige Wärterbude befindet sich am Ende des Bahnsteigs 1 in Fahrtrichtung Nossen und wurde kürzlich restauiert. Zwischen 1944 und 1957 konnten im Bahnhof Kleinwaltersdorf nach dessen Ausrüstung mit einem Hebelwerk die Ein- und Ausfahrweiche (1 und 8) ferngestellt werden. Nach der Rückstufung zum Haltepunkt wurde die Sicherungstechnik einschließlich der Signale abgebaut.

Noch ein kurzer Ausflug zur Topografie der Gesamtstrecke Nossen - Freiberg - Holzhau - (Moldau) und ihren teils ehemaligen Anschließern:

Zellwaldbahn (in Betrieb durch RISS als Netzbetreiber):
[ex. KBS 73, 139f, 169f, 169e, 413]

- km  0,00 in Nossen auf Gleis 21 bei einer Höhe von 222,3 m über NN
- km  5,03 Hp Zellwald, 288 m über NN (ab 1938)
- km  5,14 ehemalige Ladestelle Zellwald (1878 - 1966, bis 1913 auch Sitz der Bahnmeisterei NM I)
- km  9,38 hier wird der Zellwald verlassen bei 357 m über NN
- km 10,10 Anschluß ACZ Großvoigtsberg / Landmaschienenbau (ab 1873 - 1995)
- km 10,22 Bahnhof Großvoigtsberg, 363 m über NN
- km 10,40 Anschluß BHG Großvoigtsberg / Müller & Werner (1925 - 1997)
- km 13,65 Haltestelle Großschirma 383 m über NN
- km 13,79 Anschluß Steinbruch (ehemalige Seilbahn, 1926 - 1935)
- km 13,79 Anschluß VEB Getreidewirtschaft / heute Getreide AG (bis heute aktiv)
- km 15,90 Anschluß Kiesgrube Langenhennersdorf (1873 - ??)
- km 18,29 Haltestelle/Haltepunkt Kleinwaltersdorf 408,5 m über NN
- km 18,30 Anschluß WBK (1984 - 1988)
- km 18,40 Anschluß Ziegelei (1877 - 1925) / Anschluß Kohlehandel Müller (1925 - 1966)
- km 21,68 Unterführung DW-Linie bei 425 m über NN, Scheitelpunkt nach Freiberg
- km 22,13 Anschluß FIA Freiberg / Kasa Technoplan (1955 - 1995)
- km 23,97 Bahnhof Freiberg, Bahnsteig 5 (heute 3) bei 413,5 m über NN

Freiberger Muldentalbahn (in Betrieb durch RP-Eisenbahn als Netzbetreiber):
[ex. KBS 73, 139f, 169f, 169, 415, 514]

- km 23,97 Bahnhof Freiberg, Bahnsteig 5 (heute 3), 412,8 m über NN
- km 25,xx Anschluß PAMA Betriebsteil Frauensteiner Straße
- km 25,xx Anschluß (alte) Zinnhütte Freiberg
- km 28,98 Bahnhof Berthelsdorf, 448,5 m über NN
  (ab 1890 Abzweig- bzw. Trennungsbahnhof nach
   Brand-Erbisdorf (1998) e- Großhartmannsdorf (bis 1973) / Langenau (bis 1997))
- km 29,xx Anschluß Papierfabrik Weissenborn (1888 bis heute)
- km 30,48 Hp Berthelsdorf-Ort (ab 2000, neu durch RP Eisenbahn)
- km 33,50 Viadukt Lichtenberg, einziger mehrbogiger Steinviadukt der Strecke
- km 34,19 Bahnhof Lichtenberg (Rückbau zum Hp 2000) 400 m über NN
- km 38,25 Bahnhof Mulda, 429,4 m über NN
(einstiger Anschlußbahnhof zur Schmalspurbahn nach Sayda bis 1971)
- km 45,47 Hp Nassau, 497 m über NN
- km 47,25 Hp Clausnitz, 515 m über NN
- km 50,13 Bahnhof Bienenmühle, 545 m über NN
- km 52,45 Hp Rechenberg, 570 m über NN
- km 53,80 Hp Holzhau Skilift (ab 2000, neu durch RP Eisenbahn)
- km 54,71 Bahnhof Holzhau, 618 m über NN
- km 55,xx derzeitiges Streckenende vor dem Tannenweg
- km 57,38 Hp Teichhaus, 665 m über NN, 1963 - 1972
- km 60,69 Bahnhof Hermsdorf-Rehefeld, 736,78 m über NN, stillgelegt 1972
- km 63,39 Bahnhof Moldau ehemaliger Grenzbahnhof, 782 m über NN,

Der grenzüberschreitender Verkehr wurde im Mai 1945 eingestellt und nie wieder aufgenommen. Das Gleis von Hermsdorf-Rehefeld bis zur nunmehrigen Staatsgrenze wurde 1952/53 abgebaut, befahren wurde es bereits seit 1945 noch mit Übergabefahrten bis Neurehefeld zu einem Kohlehändler. Bis zum 07.02.1972 wurde noch Hermsdorf-Rehefeld angefahren, danach wurde das Gleis auch bis Holzhau zurück gebaut. Zuvor wurde 1962/63 noch ein neuer Haltepunkt zwischen Holzhau und Hermsdorf-Rehefeld im Rahmen des “Nationalen Aufbauwerkes” errichtet - Hp Teichhaus. Kühne Planungen ermöglichen vielleicht eines Tages doch wieder einen durchgehenden Verkehr, allerdings sind die Zeitkorridore innerhalb derer eine solche Maßnahme erfolgreich abgeschlossen sein muß, immer sehr knapp bemessen. Hoffen wir also das Beste.

Im Mai 2000 wurde der Verkehr durch die DBAG schließlich ganz eingestellt. Nachfolgend wurde die Infrastruktur des Streckenabschnitts Freiberg - Holzhau durch die RP-Eisenbahn für 20 Jahre zur Pacht übernommen. In einer Bauzeit von nur drei Monaten wurde dieser Teil durch den neuen Infrastrukturbetreiber ertüchtigt, so daß mit bis zu 80 km/h gefahren werden kann. Dazu wurden viele schienengleiche Übergänge mit neuen automatischen Anlagen versehen. Außerdem wurden zwei neue Haltestellen errichtet, eine in der Berthelsdorfer Ortslage und eine weitere am Skilift in Holzhau. Seit dem 25.11.2000 befährt die Freiberger Eisenbahn mit ihren RS1 die Strecke und befördert dabei ca. 170000 Personen im Jahr. Wochentags wird die Strecke im Stundentakt betrieben, an Wochenenden alle zwei Stunden. Zu besonderen Anlässen findet eine Verdichtung des Fahrplanangebotes auch an Wochenenden und Feiertagen statt. Damit sieht der obere Teil der Gesamtstrecke einer relativ sicheren Zukunft entgegen. Im Zuge der Übernahme der KBS 514 wird auch der verbliebene Streckenast der ehemaligen KBS 515 nach Brand-Erbisdorf von RP-Eisenbahn betrieben. Hier findet ebenfalls noch Güterverkehr statt, wenngleich nicht in dem noch in den 1980er Jahren bekannten Ausmaß, als noch Kohle- und Containerganzzüge geführt wurden.

Güterverkehr:

Streckenabschnitt Freiberg - Berthelsdorf:
- regelmäßige Übergaben zur Papierfabrik Weissenborn (seit kurzem durch die ITL)
- regelmäßige Übergaben nach Brand-Erbisdorf, ex KBS 515 (DBAG)

Streckenabschnitt Nossen - Freiberg:
Nach der Einstellung des Personenverkehr am 24.09.1977 fand nur noch planmäßiger Güterverkehr statt. Zeitweise verkehrten auch Umleiterzüge über den Streckenteil Nossen - Freiberg. Dabei kam die Strecke sogar zu Schnellzugehren (u.a. am 24. Oktober 1994 IR 2062 Dresden - München mit Zuglok der BR 155). In der Regel befuhren jedoch 2 Güterzugpaare die Strecke. Ab 1986 wurde die Bedienung gebrochen, Großvoigtsberg wurde von Nossen aus bedient und Großschirma von Freiberg her. Bedient wurden bis 1995 noch insgesamt vier Anschließer. Davon befanden sich allein drei unmittelbar am oder im Bahnhof Großvoigtsberg. Die Bespannung oblag dem Bw Nossen, welches bis Anfang der 1980er Jahre auch noch Dampflokomotiven der BR 50 auf der Strecke einsetzte. Zuletzt (ab 1991) erfolgte die Bedienung dann wieder von Freiberg aus mit Lokomotiven der BR 106 oder BR 110 bzw. zuletzt auch der BR 298 oder BR 362/363.  Mit der Auflassung des Bahnhofs Großvoigtsberg am 14. Februar 1995 endete eine über 120 jährige Geschichte. Am 12. Januar 1998 mit der formalen Auflösung als Gütertarifpunkt endet auch der Verkehr zu den  letzten Anschließern, mit der Kündigung des Anschlußes Fa. Ralle durch die DBAG. Die letzte Wagenladung ist bereits im Mai 1997 abgefertigt worden. Seither ist der letzte, wenn auch unregelmäßig bediente, Anschluß der Strecke die Getreide AG in Großschirma. Die Zuführung der Wagen geschieht dabei zumeist von Freiberg aus teilweise durch die DBAG, teils durch die RISS selbst mit ihrer 112 708. Zwischen 2008 und 2010 waren in Großvoigtsberg zahlreiche Containertragwagen hinterstellt.

In den 1990er Jahren wurden auf Initiative der 1993 gegründeten Interessengemeinschaft Dampflok Nossen mehrere gut besuchte Sonderfahrten durchgeführt. Seit 2000 betreut die inzwischen eigentständige BSW Freizeitgruppe Museumsbahnhof Großvoigtsberg (1996 als Teil der IG Dampflok Nossen gegründet) das seit 1996 unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude und die seit 1999 ebenfalls geschützten Gleisanlagen.

Zwischenzeitlich war die Strecke von April 2004 bis 2005 schon einmal mehr oder weniger gesperrt und als Streckenrangiergleis dem Bahnhof Freiberg zugeordnet. Dies geschah zum einen wegen der Umbauarbeiten im Freiberger Bahnhof, als auch weil sich seit der Ausschreibung der Strecke im Jahre 1994 noch kein neuer Betreiber gefunden hatte.

Am 01.11.2005 sollte sich das ändern, denn zu diesem Termin übernahm die RISS die Strecke für 20 Jahre in Pacht. Unterdessen wurden in Nossen und Freiberg Änderungen am Spurplan vorgenommen. In Nossen ist die Ausfahrt seither nur auf besonderen Befehl des Fahrdienstleiters von Gleis 21 oder 1 möglich, während sie in Freiberg nach wie vor signalisiert erfolgt und theoretisch aus allen Gleisen außer 1 und 2 erfolgen kann, die für Zugfahrten zugelassen sind.

Quellen:
- “Gestern, heute - morgen? - Die Zellwaldbahn” von Thorsten Adler und Karl-Heinz Böhm
- www.sachsenschiene.de (Jens Herbach)

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